Der Jahreswechsel ist mehr als nur ein Kalenderblatt, das umgeschlagen wird. In der digitalen Welt markiert der Übergang von 2025 zu 2026 eine signifikante Verschiebung: Wir bewegen uns weg von der Phase der "wilden Experimente" hin zu einer Ära der digitalen Reife und Regulierung.
2025 war das Jahr, in dem "Nice-to-haves" plötzlich zu harten gesetzlichen Pflichten wurden. 2026 wird das Jahr, in dem wir lernen müssen, mit diesen Regeln souverän umzugehen und unsere Infrastrukturen gegen die wachsende Fragilität der vernetzten Welt zu härten.
Ein Rückblick auf die Meilensteine, die wir gemeinsam gemeistert haben – und ein strategischer Blick auf das, was kommt.
Inhaltsverzeichnis
Rückblick 2025: Das Jahr der Weichenstellungen
Barrierefreiheit wurde Pflicht (BFSG)
Geopolitik trifft IT: Der Trump- & Musk-Effekt
Sicherheits-Schocks & Upgrade-Zwang
Ausblick 2026: Souveränität, Resilienz und KI-Regeln
EU AI Act: Jetzt wird es ernst
Multi-Vendor als Standard
Schlanke & Sichere Architektur
Fazit: Bereit für die nächste Stufe?
Rückblick 2025: Das Jahr der Weichenstellungen
Barrierefreiheit wurde Pflicht (BFSG)
Der Juni 2025 war für viele Unternehmen ein entscheidender Stichtag. Mit dem Inkrafttreten des Barrierefreiheitsstärkungsgesetzes (BFSG) endete die Schonfrist für digitale Exklusion. Wir haben zahlreiche Kunden dabei begleitet, ihre Shops und Dienstleistungen WCAG-konform umzubauen.
Das Fazit nach einem halben Jahr: Barrierefreiheit ist kein bürokratisches Monster, sondern ein Qualitätsmerkmal, das Reichweite und Usability verbessert. Wer sich noch einmal die Details ansehen möchte: In unserem Leitfaden zum BFSG 2025 hatten wir die Anforderungen detailliert aufgeschlüsselt.
Geopolitik trifft IT: Der Trump- & Musk-Effekt
2025 war auch das Jahr, in dem IT-Entscheidungen politisch wurden. Die neue US-Administration und das erratische Verhalten von Tech-Mogulen wie Elon Musk hatten spürbare Folgen für den europäischen Markt. Wir sahen eine massive "Cloud-Flucht": Unternehmen suchten verstärkt nach Alternativen zu US-Hyperscalern, getrieben von der Sorge um Datensouveränität und mögliche Zölle.
Auch der Absturz von Tesla bei den Zulassungszahlen in Deutschland (hinter VW und BMW) zeigte symbolisch: Vertrauen in US-Tech ist keine Selbstverständlichkeit mehr. Digitale Souveränität wandelte sich 2025 vom Buzzword zur harten Business-Anforderung.
Sicherheits-Schocks & Upgrade-Zwang
Sicherheit war 2025 ein Dauerthema. Besonders die Supply-Chain-Angriffe auf NPM im September haben gezeigt, wie verletzlich moderne Software-Lieferketten sind.
Parallel dazu sorgte das Support-Ende von Windows 10 im Oktober für Aufregung. Der faktische "Upgrade-Zwang" auf Windows 11 zwang viele Unternehmen zu ungeplanten Hardware-Investitionen, schärfte aber auch das Bewusstsein für notwendiges Lifecycle-Management.
Der globale AWS-Ausfall im Oktober war dann der finale Warnschuss: Die Cloud ist nicht unfehlbar. Zentralisierung schafft Effizienz, aber auch massive Risiken (Mehr dazu in unserer Analyse zum AWS-Ausfall).
Ausblick 2026: Souveränität, Resilienz und KI-Regeln
Was lernen wir daraus für das neue Jahr? 2026 steht unter dem Stern der Widerstandsfähigkeit (Resilienz) und der Compliance.
EU AI Act: Jetzt wird es ernst
Nachdem Ende 2025 bereits die Kennzeichnungspflichten für KI-Content griffen (siehe unseren Artikel zur Kennzeichnungspflicht), zieht die Schraube 2026 weiter an.
Für Unternehmen bedeutet das: Jede eingesetzte KI-Lösung muss auf Konformität geprüft werden. Besonders "Hochrisiko-KI" (z.B. im HR-Bereich oder bei kritischer Infrastruktur) unterliegt strengen Auflagen. 2026 ist das Jahr, in dem KI-Governance fester Bestandteil jeder IT-Strategie werden muss.
Multi-Vendor als Standard
Getrieben durch die Erfahrungen aus 2025 (AWS-Ausfall, politische Unsicherheit USA) wird die Multi-Vendor-Strategie 2026 zum Standard für kritische Anwendungen.
Es reicht nicht mehr, alles bei einem Anbieter zu haben. Europäische Hoster wie Hetzner oder Scaleway erleben eine Renaissance, nicht nur aus Kostengründen, sondern als strategische Absicherung. Wer seine Daten in Europa und bei verschiedenen Anbietern verteilt, macht sich unabhängig von geopolitischen Launen.
Schlanke & Sichere Architektur
Um diese Resilienz zu erreichen, sehen wir eine Rückbesinnung auf robuste Architekturen. Statische Websites und Frameworks wie Astro oder SvelteKit werden 2026 weiter an Bedeutung gewinnen. Sie sind nicht nur schneller und grüner, sondern bieten durch ihre Entkopplung von Datenbank und Frontend eine deutlich geringere Angriffsfläche.
Fazit: Bereit für die nächste Stufe?
2026 wird komplexer, aber auch professioneller. Die Zeit der digitalen "Wild-West"-Manieren ist vorbei. Wer jetzt in Compliance (AI Act), Barrierefreiheit (BFSG) und echte Ausfallsicherheit investiert, baut das Fundament für das nächste Jahrzehnt.
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