Der Stromausfall in Berlin-Steglitz-Zehlendorf am 3. Januar 2026, mitten in der winterlichen Ferienzeit, ist zwar ärgerlich für die Betroffenen, dient uns aber vor allem als wichtiger Reminder. Ein Brand an einer Kabelbrücke reichte aus, um Zehntausende Haushalte und Betriebe vom Netz zu trennen. Während die Techniker vor Ort großartige Arbeit leisten, um die Versorgung wiederherzustellen, sollten wir diesen Vorfall zum Anlass nehmen, kurz innezuhalten und über unsere eigene digitale Infrastruktur nachzudenken.
Denn was im Stromnetz passiert, lässt sich auf die IT übertragen: Wir bemerken die Infrastruktur oft erst dann, wenn sie nicht mehr da ist.
Inhaltsverzeichnis
Murphy’s Law: Warum es immer im Urlaub passiert
Managed Services sind Ihre Versicherung
Strategische Redundanz: Bauen Sie keine digitalen Einbahnstraßen
Multi-Vendor-Strategie & Georedundanz
Augen auf bei der Serverwahl
Backup ist nicht gleich Business Continuity
Prävention statt Reaktion: Das Monitoring
Fazit: Nutzen Sie die Ruhe für den Check-up
Murphy’s Law: Warum es immer im Urlaub passiert
Es ist fast schon ein Naturgesetz: Kritische Ausfälle passieren selten am Dienstagmorgen um 10:00 Uhr, wenn das gesamte IT-Team im Büro sitzt. Sie passieren nachts, am Wochenende oder eben mitten im Winterurlaub, wenn die Stammbelegschaft beim Skifahren oder entspannt zu Hause ist.
Genau hier trennt sich die Spreu vom Weizen. Ein "Schönwetter-Setup", das nur funktioniert, solange jemand manuell eingreifen kann, ist für geschäftskritische Anwendungen grob fahrlässig. Hier kommt der Wert eines professionellen Managed-Service-Providers wie Digital Media Park ins Spiel. Unsere Systeme kennen keine Feiertage.
Managed Services sind Ihre Versicherung
Während interne IT-Abteilungen in Urlaubszeiten oft notgedrungen auf Sparflamme laufen, garantieren wir durchgehende Verfügbarkeit durch:
- Alarmbereitschaften: Klare Schichtpläne stellen sicher, dass immer ein Experte verfügbar ist.
- Eskalationsketten: Wenn Level 1 nicht weiterkommt, wird sofort Level 2 alarmiert – automatisiert und ohne Zeitverlust.
- Vertretungsregelungen: Das Wissen über Ihre Infrastruktur liegt nicht bei einer einzelnen Person, die gerade nicht erreichbar ist, sondern ist im Team dokumentiert und verteilt.
Strategische Redundanz: Bauen Sie keine digitalen Einbahnstraßen
Der Vorfall in Berlin zeigt, wie anfällig "Single Points of Failure" sind. Eine beschädigte Leitung, und der Stadtteil ist dunkel. Für Ihre digitale Infrastruktur bedeutet das: Wer sich auf einen einzigen Server, einen einzigen Rechenzentrumsstandort oder einen einzigen Provider verlässt, geht ein unnötiges Risiko ein.
Multi-Vendor-Strategie & Georedundanz
Wir raten unseren Kunden oft dazu, Redundanz nicht nur innerhalb eines Rechenzentrums aufzubauen, sondern anbieterübergreifend zu denken. Fällt Anbieter A komplett aus (sei es durch technische Probleme, Insolvenz oder physische Schäden), kann Anbieter B übernehmen. Das erfordert eine komplexere Softwarearchitektur (z.B. via Kubernetes), aber es ist die einzige Versicherung gegen den Totalausfall. Zudem sollten Daten und Backups niemals am selben physischen Ort liegen wie die Live-Systeme.
Augen auf bei der Serverwahl
Verlassen Sie sich nicht auf das "Best-Effort"-Versprechen eines Massenhosters. Kritische Anwendungen gehören auf Enterprise-Hardware mit garantierten SLAs (Service Level Agreements).
Backup ist nicht gleich Business Continuity
Ein häufiges Missverständnis ist, dass ein Backup vor Ausfällen schützt. Das tut es nicht. Ein Backup sichert Daten, keine Verfügbarkeit. Wenn Ihr Server abraucht, nützt Ihnen das Backup auf der externen Festplatte erst einmal wenig, bis Sie eine neue Hardware haben, das Betriebssystem installiert und das Backup eingespielt haben. Das kann Tage dauern.
Daher sprechen wir bei professionellen Setups über Business Continuity:
- RTO (Recovery Time Objective): Wie lange darf das System maximal ausfallen?
- RPO (Recovery Point Objective): Wie viele Daten (in Minuten/Stunden) dürfen im Worst Case verloren gehen?
Für einen Onlineshop im Weihnachtsgeschäft kann eine RTO von 4 Stunden schon ruinös sein. Hier braucht es High-Availability-Cluster, die bei einem Ausfall nahtlos (oft ohne Unterbrechung für den Nutzer) auf einen zweiten Knoten umschalten.
Prävention statt Reaktion: Das Monitoring
Die beste Feuerwehr ist die, die gar nicht erst ausrücken muss, weil der Brandmelder schon beim ersten Funken Alarm geschlagen hat. In der IT bedeutet das: Predictive Monitoring.
Wir warten nicht, bis der Server "down" ist. Unsere Systeme (basierend auf Prometheus/Grafana) überwachen Tausende von Parametern.
- Steigt die CPU-Last ungewöhnlich an?
- Füllt sich die Festplatte schneller als erwartet?
- Verlängern sich die Antwortzeiten der Datenbank minimal?
Oft kündigen sich Katastrophen lange vorher an. Unsere Incident Response Teams greifen ein, bevor der Nutzer etwas merkt. Wir "löschen", bevor es brennt.
Fazit: Nutzen Sie die Ruhe für den Check-up
Nehmen Sie den Stromausfall in Berlin nicht als Panikmache, sondern als Anlass für einen Realitätscheck. Wie gut ist Ihre Firma aufgestellt, wenn morgen früh der wichtigste Server nicht erreichbar ist? Und vor allem: Wer kümmert sich darum, wenn Sie gerade im Urlaub sind?
In der digitalen Welt haben Sie die Wahl. Sie können hoffen, dass nichts passiert. Oder Sie können sich mit einem Partner wie Digital Media Park wappnen. Sprechen Sie uns an, wenn Sie Ihre Notfallpläne auf den Prüfstand stellen wollen.
Investieren Sie in Resilienz. Planen Sie Redundanz. Und vertrauen Sie auf Teams, die auch im Winterurlaub für Ihre Sicherheit wach bleiben.